Upcycling – Gürteltaschen

Mir sind wieder ein paar abgelegte Jeans zugeflogen, die verarbeitet werden wollten. Die Hosenbeine verarbeite ich, wie in vorherigen Projekten gezeigt, lieber im Stück oder in Streifen. Aber der Hosenbund ist zu schade, um ihn zu zerlegen. Damit haben sich ja Menschen auch schon einmal viel Mühe gegeben.

Bienenwachstücher

Wenn man sich, so wie ich, eingehender mit dem Thema Nachhaltigkeit im Alltag im Allgemeinen und Müllvermeidung im Besonderen beschäftigt, kommt man an Bienenwachstüchern nicht mehr vorbei. Inzwischen kann jeder Mensch sie nicht nur in einschlägigen Bioläden, sondern auch in gängigen Drogeriemärkten bekommen. Aber natürlich wird bei allem, was entfernt mit Stoffen zu tun hat, mein DIY-Ehrgeiz gekitzelt. Eine glückliche Fügung ist es in diesem Falle, dass meine Mutter imkert, der Zugang zu Bienenwachs, welches definitiv nicht chemisch belastet ist, also sehr einfach war. So einfach, dass es mir im Block frei Haus geliefert wurde. Eine Weile habe ich das Wachs dann noch liegen lassen. Weihnachten rückte allerdings immer näher, die Beschäftigung mit dem Thema wurde also drängender. Also ran an das Wachs!
Anleitungen gibt es im Internet zuhauf. Ich habe mich für die Bügeleisenvariante entschieden. Es ist sicher die Variante mit dem geringsten Energieaufwand und lässt sich in der Menge des verwendeten Wachses gut steuern. Nun aber Schritt für Schritt:

  1. Wachs zerkleinern: Ich würde nicht empfehlen, das Wachs in einer Küchenmaschine klein zu machen, da es doch insgesamt eine etwas klebrige Angelegenheit ist. Ich habe mich für die herkömmliche Käsereibe entschieden. Bei normaler Zimmertemperatur ist das Wachs noch sehr hart, ich habe es dann für den zweiten Reibedurchgang vorher auf die Heizung gelegt, dann ging es ganz gut.
  2. Zuschneiden von Stoffen: Ich empfehle normale Webware ohne elastischen Anteil. Der Stoff sollte nicht zu dick sein, er würde sonst zu viel Wachs aufnehmen und wäre dann nicht mehr ausreichend flexibel.
  3. Nun muss nur noch Stoff und Wachs zusammengebracht werden: Dafür benötigen wir ein Küchenhandtuch o.ä., möglichst nicht das liebste und beste, eher eins, was sowieso kurz vor dem Aussortieren steht. Ferner brauchen wir zwei Lagen Küchenpapier und ein Bügeleisen. Als Temperatureinstellung reicht Baumwolle vollkommen aus. Man sollte es nicht zu heiß machen, da das Wachs sonst verbrennt. Achtet während des ganzen Vorganges darauf, dass Euer Bügeleisen möglichst nicht mit dem Wachs direkt in Berührung kommt.
    Nun wird gestapelt: Zuunterst kommt das Küchenhandtuch, darüber legt ihr ein Küchenpapier. Auf diesem platziert ihr Euer Stück Stoff. Wenn der Stoff einseitig bedruckt ist, empfehle ich, die unbedruckte Seite nach oben zu legen, dann könnt ihr die Verteilung des Wachses besser beobachten. Auf den Stoff streuselt ihr das Bienenwachs. Nehmt erstmal lieber weniger und tastet euch an die benötigte Menge heran. Der Stapel wird mit einem weiteren Küchpapier abgeschlossen und nun kann gebügelt werden. Bewegt das Bügeleisen langsam über den Stapel. Ihr könnt beobachten, wie das Wachs schmilzt und sich in den Stoff einarbeitet. Mit ein wenig Druck könnt ihr auch eine kleine Wachswelle mit dem Bügeleisen verteilen. Wenn ihr das Küchpapier nun anhebt, könnt ihr an den helleren und dunkleren Stellen erkennen, wo ihr noch Wachs verteilen müsst. Dort könnt ihr dann Wachs nachstreuen und wieder einbügeln. Diesen Vorgang wiederholt ihr, bis das ganze Tuch sich gleichmäßig mit Wachs vollgesogen hat. Wenn zwischen den Küchenpapierlagen Wachs austritt, kann es sein, dass sich zu viel Wachs angesammelt hat. Ich habe dann beim nächsten Durchgang erstmal mit dem neuen Tuch nur das noch vorhandene Wachs aufgesaugt und dann erst neues Wachs aufgestreut. Wenn euer Bügeleisen doch versehentlich mit dem Wachs in Berührung gekommen ist, könnt ihr es an dem Küchenhandtuch abstreifen. Das solltet ihr dann aber nicht mehr in der Waschmaschine waschen. Ich habe dann das gewachste Tuch noch im heißen Zustand vom Küchenpapier abgenommen, es kurz abkühlen lassen und abgelegt.

Die fertigen Bienenwachstücher sind bei Raumtemperatur recht steif. Sie werden aber durch Handwärme wieder geschmeidig und flexibel. Ich benutze sie zum Stullen einpacken oder zum Abdecken von Schüsseln. Und natürlich zum Verschenken!

Leseknochen

Heute nun ein Projekt, das ich schon lange im Blick hatte und das für mich als Leseratte eigentlich ein absolutes Muss ist. Es ist auch sehr leicht zu nähen und absolut geeignet als Anfängerprojekt. Momentan stört mich noch das Füllmaterial. Die Polyesterfüllwatte finde ich aus Nachhaltigkeitssicht nicht so optimal. Ein weiteres Kissen, welches sich gerade noch im Füllprozess befindet, wird darum wenigstens zum Teil mit Stoffresten gefüllt. Tipps zum Befüllen sind herzlich willkommen.

Unabhängig vom Inhalt erfüllen diese Kissen aber ganz wunderbar ihren Zweck.

Boxy Bags

Ein klarer Fall von Will-ich-auch-haben…
Und ein perfektes Stoffrestverwertungsprojekt…
Und auch ein Kandidat für Muss-schnell-und-einfach-gehen…
Anleitungen gibt es zuhauf im Netz, Stoffreste massenweise in der Kiste. Es war nur noch eine Frage der Formatwahl und der Stoffkombination.
Im Falle der letzten beiden Bilder ist es auch wieder ein kleines Upcycling-Projekt. Eine Nachbarin überließ mir einen Wickelrock mit der Anmerkung: „Vielleicht fällt dir dazu was ein“. Tat es. Und sie bekam ein kleines Täschchen zurück. Die anderen verschenken sich der Reihe nach weg.

Upcycling Tasche

Enthält Hinweise, die Mensch als Werbung auslegen könnte…

Es wurde Zeit für ein weiteres Geschenk – und wieder sollte es eine Tasche sein. Diesmal allerdings für mein Patenmädchen – also sollte das Modell auch etwas kleiner ausfallen als die anderen Modelle. Meine Wahl fiel auf „Ina“ von Frau Schnitte. Der Schnitt gefiel mir schon lang – hier war nun die Gelegenheit, ihn auszuprobieren. Klar war auch, dass wieder Jeans-Stoff aus einer der abgelegten Hosen herhalten sollte, denn auch das Patenmädchen legt großen Wert auf Nachnutzung.


Schwierig wurde es allerdings für mich bei dem eingenähten Reißverschlussfach im Deckel der Tasche, daran bin ich schlichtweg gescheitert. Ich habe die Zuschnitte für den Deckel dann noch einmal ohne Fach gemacht und dann ging es ohne Probleme. Der Schnitt ist gut erklärt und das Resultat annehmbar. Für das Innenfutter habe ich einen Stoff verwendet, der mir einmal zugeflogen ist, ich weiß nicht mehr, von woher.


Gemüsebeutel

Auf meiner To Do Liste in Sachen Nachhaltigkeit standen schon seit längerem Beutel für Obst oder Gemüse. Plastiktüten benutze ich dafür schon seit längerem nicht mehr (spätestens seitdem meine damals neunjährige Tochter mir einen Vortrag über Plastikstrudel im Meer gehalten hat). Nun sind Paprika oder Äpfel kein Problem, wenn ich sie ohne Umverpackung einkaufe. Bei Kirschen oder Champignons sieht das schon anders aus. Im Supermarkt hatte ich dann schon Gemüsebeutel gesehen und im Netz begegneten mir dann auch mehr und mehr charmante Ideen. Im Urlaub habe ich dann auf einem Flohmarkt eine Gardine entdeckt, die ich geeignet fand. Zuhause wurde diese dann mit Stoffresten kombiniert und mit einer Kordel versehen. Die ersten zehn Beutel waren schnell verschenkt. Zu spät merkte ich dann, dass ich keinen einzigen für mich übrig behalten hatte. Also musste ich nachnähen…

Upcycling – Küchentücher

Im Bild seht ihr keine große Nähkunst, aber einen weiteren Schritt in Richtung Müllvermeidung. Die alte Flanellbettwäsche, die schon für die Kosmetikpads herhalten musste, wurde nun zu Küchentüchern verarbeitet. Es wurden einfach zwei Lagen links auf links mit der Overlock zusammen genäht. Die Doppellagigkeit erhöht die Saugkraft und das 70er Jahre Muster kommt auch besser zur Geltung. Die Tücher liegen nun griffbereit in der Küchenschublade und wandern nach der Benutzung in die Waschmaschine. Und Küchenrolle habe ich einfach nicht mehr nachgekauft.